Das Wein-Magazin von Rebensaft.de
Tauche ein in die faszinierende Welt des Weins. In unserem Magazin findest du fundiertes Wissen, Tipps und spannende Hintergrundinformationen. Egal, ob du gerade deine Leidenschaft für Wein entdeckst oder bereits ein erfahrener Kenner bist – hier liest du alles über Rebsorten, Anbaugebiete, Verkostungstechniken und die ideale Kombination von Wein und Speisen. Lass dich inspirieren und erweitere dein önologisches Wissen mit jedem einzelnen Schluck.
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zum Angebot »Die Welt der Weine: Grundlagen und Vielfalt
Wein ist weitaus mehr als nur vergorener Traubensaft. Er ist ein Kulturgut, das die Geschichte, das Klima und die Bodenbeschaffenheit seiner Herkunftsregion in sich trägt. Um Wein in seiner ganzen Tiefe zu verstehen, lohnt sich ein detaillierter Blick auf die verschiedenen Weinstile und die Faktoren, die sie prägen. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Rotwein, Weißwein, Roséwein und Schaumwein, wobei in den letzten Jahren auch Naturweine und Orange Wines immer mehr an Bedeutung gewonnen haben.
Die Farbe des Weins entsteht nicht zwangsläufig durch die Farbe der Traubenhaut allein, sondern durch den Prozess der Mazeration. Bei der Rotweinherstellung bleiben die Traubenschalen, die die Farbpigmente und Tannine enthalten, während der Gärung im Most. Weißwein hingegen wird zumeist direkt nach dem Pressen ohne die Schalen vergoren. Das erklärt auch, warum man aus roten Trauben weißen Wein herstellen kann – ein Verfahren, das als Blanc de Noirs bekannt ist und häufig bei der Herstellung von Champagner Anwendung findet. Roséwein entsteht, wenn rote Trauben verwendet werden, der Kontakt mit den Schalen jedoch nach wenigen Stunden unterbrochen wird, sodass der Wein nur eine zarte rosa Färbung annimmt.
Die wichtigsten Rebsorten im Überblick
Die Rebsorte ist das Herzstück eines jeden Weins. Sie bestimmt maßgeblich das Aromenprofil, den Körper und das Lagerpotenzial. Weltweit gibt es Tausende von Rebsorten, doch einige wenige haben internationale Bedeutung erlangt und werden rund um den Globus angebaut. Diese nennt man oft internationale Rebsorten. Um dir einen systematischen Überblick zu geben, haben wir die bekanntesten Sorten und ihre typischen Eigenschaften in einer detaillierten Übersicht zusammengefasst.
| Rebsorte | Typ | Klassische Herkunft | Typische Aromen und Charakteristik |
|---|---|---|---|
| Cabernet Sauvignon | Rot | Bordeaux, Frankreich | Schwarze Johannisbeere, Zedernholz, grüne Paprika, kräftige Tannine, hohes Alterungspotenzial. |
| Merlot | Rot | Bordeaux, Frankreich | Pflaume, Schwarzkirsche, Schokolade, weichere Tannine als Cabernet, samtige Textur. |
| Pinot Noir (Spätburgunder) | Rot | Burgund, Frankreich | Erdbeere, Himbeere, Waldboden, Pilze, filigrane Säure, helle Farbe, eleganter Körper. |
| Syrah / Shiraz | Rot | Rhône-Tal / Australien | Schwarzer Pfeffer, Brombeere, Rauch, Oliven, tiefdunkel, würzig und körperreich. |
| Riesling | Weiß | Deutschland (Rhein, Mosel) | Pfirsich, Apfel, Zitrus, mineralische Noten, hohe Säure, spiegelt stark das Terroir wider. |
| Chardonnay | Weiß | Burgund, Frankreich | Apfel, Zitrone; bei Holzfassausbau: Vanille, Butter, geröstete Nüsse, sehr wandlungsfähig. |
| Sauvignon Blanc | Weiß | Loire, Frankreich / Neuseeland | Stachelbeere, frisch gemähtes Gras, Maracuja, knackige Säure, sehr aromatisch und erfrischend. |
Die Kunst der Weinverkostung
Wein zu trinken ist ein Genuss, Wein zu verkosten ist eine analytische Annäherung an das Getränk. Professionelles Verkosten, auch Degustation genannt, folgt einer klaren Methodik, die alle Sinne einbezieht. Das Ziel ist es, die Qualität, Herkunft und Rebsorte des Weins zu bestimmen sowie seinen Charakter vollständig zu erfassen. Die Verkostung gliedert sich in drei entscheidende Phasen: Sehen, Riechen und Schmecken.
Die visuelle Prüfung (Das Auge)
Das Auge trinkt nicht nur mit, es liefert erste wichtige Hinweise auf das Alter, die Rebsorte und die Qualität des Weins. Halte das Glas leicht schräg gegen einen weißen Hintergrund. Bei einem Rotwein zeigt sich im Zentrum die Farbtiefe, während der Rand (Wasserrand) Auskunft über das Alter gibt. Junge Rotweine leuchten oft rubinrot oder violett, während ältere Weine am Rand granatrote oder bräunliche Töne annehmen. Bei Weißweinen verhält es sich umgekehrt: Sie starten in ihrer Jugend oft blassgelb oder mit grünlichen Reflexen und werden mit zunehmendem Alter golden oder bernsteinfarben. Achte auch auf die Viskosität des Weins. Wenn du das Glas schwenkst, bilden sich Schlieren an der Innenseite, die auch Kirchenfenster oder Tränen genannt werden. Ein hoher Alkohol- oder Restzuckergehalt sorgt für dickere, langsamer abfließende Schlieren.
Die olfaktorische Prüfung (Die Nase)
Der Großteil dessen, was wir als Geschmack wahrnehmen, ist eigentlich Geruch. Die Nase ist bei der Weinverkostung das wichtigste Instrument. Schwenke das Glas sanft, um dem Wein Sauerstoff zuzuführen und die flüchtigen Aromastoffe freizusetzen. Rieche dann tief in das Glas hinein. Die Aromenwelt des Weins wird in drei Kategorien unterteilt. Primäraromen stammen direkt von der Traube und umfassen fruchtige, blumige und pflanzliche Noten. Sekundäraromen entstehen während der Gärung und Weinherstellung; dazu gehören beispielsweise Noten von Hefe, Butter oder Joghurt. Tertiäraromen bilden sich während der Reifung des Weins im Fass oder in der Flasche. Hierzu zählen Aromen von Vanille, Kaffee, Tabak, Leder, Nüssen und getrockneten Früchten.
Die geschmackliche Prüfung (Der Gaumen)
Nimm einen kleinen Schluck Wein und bewege ihn im gesamten Mundraum, sodass er alle Geschmacksknospen erreicht. Ziehe dabei etwas Luft ein, um die Aromen retronasal in den Rachenraum zu transportieren. Am Gaumen beurteilen wir verschiedene Strukturkomponenten. Die Süße spürst du meist zuerst an der Zungenspitze. Die Säure, die den Wein lebendig hält, lässt dir förmlich das Wasser im Mund zusammenlaufen. Tannine, die Gerbstoffe, die besonders in Rotweinen vorkommen, erzeugen ein pelziges, adstringierendes Gefühl an den Zähnen und am Zahnfleisch. Der Alkohol gibt dem Wein Wärme und Körper. Abschließend bewertest du den Abgang. Je länger der angenehme Geschmack des Weins nach dem Schlucken im Mund verbleibt, desto hochwertiger ist der Wein in der Regel.
Wein und Speisen: Die perfekte Harmonie
Das Zusammenspiel von Essen und Wein, im Fachjargon auch Food Pairing genannt, kann ein kulinarisches Erlebnis auf ein völlig neues Level heben. Wenn die Aromen und Strukturen von Speise und Getränk miteinander harmonieren, entsteht ein drittes, übergeordnetes Geschmackserlebnis. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es des Verständnisses einiger chemischer und sensorischer Grundregeln.
Sensorische Grundregeln beim Pairing
Es geht beim Kombinieren von Wein und Speisen vor allem um die Balance der Hauptgeschmackskomponenten. Säure im Essen, wie beispielsweise in einer Vinaigrette oder in Gerichten mit Zitrone, lässt den Wein milder, fruchtiger und weniger säurebetont erscheinen. Daher brauchen säurereiche Speisen auch Weine mit einer lebendigen Säure, da der Wein sonst flach und ausdruckslos wirkt. Süße im Essen hingegen ist ein Feind trockener Weine. Ein süßes Dessert lässt einen trockenen Wein bitter und unangenehm sauer wirken. Die Regel lautet hier: Der Wein muss immer mindestens so süß sein wie die Speise. Salziges Essen ist ein hervorragender Begleiter für Wein. Salz mildert bittere Tannine und hebt die Fruchtigkeit hervor. Scharfe Gerichte, wie sie in der asiatischen Küche vorkommen, vertragen sich überhaupt nicht mit alkoholreichen, tanninbetonten Rotweinen, da der Alkohol und die Gerbstoffe die Schärfe noch unangenehm verstärken. Hier sind restsüße, fruchtige Weißweine mit niedrigem Alkoholgehalt die beste Wahl.
Bewährte Kombinationen aus der Praxis
Obwohl Experimentieren ausdrücklich erwünscht ist, haben sich über Jahrhunderte hinweg einige klassische Kombinationen etabliert, die nahezu immer funktionieren. Diese Pairings basieren oft auf regionalen Traditionen, da Wein und Speisen derselben Herkunft über Generationen hinweg gemeinsam entwickelt wurden.
- Rindersteak und Cabernet Sauvignon: Die starken Proteine und das Fett des Fleisches binden die kräftigen Tannine des Weins, wodurch der Wein weicher und die Fleischstruktur saftiger wirkt.
- Austern und Chablis (oder Muscadet): Die jodhaltige, salzige Meeresbrise der Austern harmoniert perfekt mit der stahligen Säure und der starken Mineralik dieser kühlen Weißweine.
- Scharfes Curry und Riesling Kabinett: Die feine Restsüße des Rieslings fungiert als Feuerlöscher für die Schärfe, während die Säure den Gaumen erfrischt.
- Ziegenkäse und Sauvignon Blanc: Die knackige Säure des Weins schneidet durch die cremige Textur des Käses, während die pflanzlichen Aromen beider Produkte perfekt miteinander resonieren.
- Wildgerichte und Pinot Noir: Die erdigen Aromen von Pilzen, Waldboden und Wildfleisch spiegeln die feinen, komplexen Tertiäraromen eines gereiften Pinot Noirs wider.
Die optimale Lagerung von Wein
Nicht jeder Wein ist dafür gemacht, Jahrzehnte im Keller zu reifen. Tatsächlich ist die überwiegende Mehrheit der weltweit produzierten Weine für den baldigen Konsum innerhalb von ein bis drei Jahren bestimmt. Dennoch profitieren hochwertige Weine enorm von einer längeren Reifezeit, in der sie ihre Ecken und Kanten verlieren und eine komplexe Tiefe entwickeln. Damit ein Wein jedoch positiv altern kann, müssen die Lagerbedingungen perfekt sein.
Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit
Die größte Gefahr für einen Wein ist Hitze. Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 10 und 14 Grad Celsius. Wichtiger als die exakte Gradzahl ist jedoch die Konstanz. Starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht oder Sommer und Winter führen dazu, dass sich die Flüssigkeit in der Flasche ausdehnt und zusammenzieht. Dadurch kann Sauerstoff über den Korken eintreten und den Wein vorzeitig oxidieren lassen. Wein ist zudem lichtempfindlich. UV-Strahlung zerstört die sensiblen organischen Verbindungen im Wein und führt zu einem Phänomen, das als Lichtgeschmack bezeichnet wird und an nassen Karton erinnert. Lagere deinen Wein daher stets dunkel.
Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine entscheidende Rolle, insbesondere bei Weinen mit Naturkorken. Ist die Luft zu trocken, trocknet der Korken von außen ein, schrumpft und lässt Luft in die Flasche. Eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent ist ideal. Aus demselben Grund müssen Flaschen mit Naturkorken zwingend liegend gelagert werden, damit der Korken stets von innen von der Flüssigkeit benetzt bleibt und geschmeidig bleibt. Weine mit Schraubverschluss oder Glaskorken können problemlos stehend gelagert werden. Schließlich sollte der Lagerort frei von Erschütterungen sein und keine starken Fremdgerüche aufweisen, da diese über Jahre hinweg durch den Korken in den Wein diffundieren können.
Terroir und die Geheimnisse der Weinherstellung
Wenn Winzer über ihre Philosophie sprechen, fällt fast immer das Wort Terroir. Dieser französische Begriff hat keine direkte deutsche Übersetzung, da er ein komplexes Geflecht von Faktoren beschreibt. Das Terroir umfasst die geologische Beschaffenheit des Bodens, das lokale Mikroklima, die Topografie des Weinbergs sowie die menschliche Tradition, die dort ausgeübt wird.
Einfluss des Bodens und Klimas
Die Rebe ist eine robuste Pflanze, die paradoxerweise die besten Weine hervorbringt, wenn sie sich anstrengen muss. Auf kargen, steinigen Böden zwingt die Natur die Rebe, ihre Wurzeln tief in die Erde zu treiben, um an Wasser und Nährstoffe zu gelangen. Dies führt zu kleineren Erträgen, dafür aber zu hochkonzentrierten, extraktreichen Trauben. Kalkhaltige Böden verleihen Weinen oft eine feine, kreidige Mineralik und eine hohe Säure, weshalb sie ideal für Chardonnay in Regionen wie dem Burgund oder der Champagne sind. Schieferböden, wie wir sie an der Mosel finden, speichern tagsüber die Sonnenwärme und geben sie nachts an die Reben ab. Dies ermöglicht es dem Riesling, auch in sehr kühlen Klimazonen optimal auszureifen.
Das Klima bestimmt, welche Rebsorte überhaupt angebaut werden kann. In kühlen Klimazonen entstehen Weine mit niedrigem Alkoholgehalt, frischer Säure und feinen Fruchtaromen. In heißen Klimazonen reifen die Trauben schneller, entwickeln mehr Zucker, was zu höheren Alkoholwerten und geringerer Säure führt. Die Aromen wirken hier eher wie gekochte oder eingemachte Früchte.
Vom Weinberg in die Flasche
Die Arbeit im Weinkeller, die Önologie, ist ein Handwerk, das Präzision und Intuition erfordert. Nach der Weinlese, die entweder maschinell oder schonend per Hand erfolgt, werden die Trauben in den Keller gebracht. Dort werden sie oft entrappt, also vom Stielgerüst befreit, da die Stiele extrem bittere Tannine enthalten. Anschließend werden die Trauben gepresst. Der gewonnene Most wird in Gärbehälter überführt. Die alkoholische Gärung wird durch Hefen in Gang gesetzt, die den Fruchtzucker in Alkohol und Kohlendioxid umwandeln. Dies können wilde Hefen aus dem Weinberg (Spontangärung) oder zugesetzte Reinzuchthefen sein.
Nach der alkoholischen Gärung findet oft der biologische Säureabbau statt, auch malolaktische Gärung genannt. Hierbei wandeln Milchsäurebakterien die spitze, aggressive Äpfelsäure in die viel weichere Milchsäure um. Dieser Prozess verleiht Rotweinen Geschmeidigkeit und Weißweinen cremige, buttrige Noten. Schließlich entscheidet der Winzer, wie der Wein ausgebaut wird. Ein Ausbau im Edelstahltank bewahrt die primäre Fruchtigkeit und Frische des Weins. Ein Ausbau im Holzfass, insbesondere in kleinen Barriques, führt dem Wein Sauerstoff in Mikro-Dosen zu und gibt Aromen von Vanille, Rauch und Gewürzen an den Wein ab.
Die Wahl des richtigen Equipments: Gläser und Zubehör
Das richtige Handwerkszeug ist entscheidend, um das volle Potenzial eines Weins zu entfalten. Es ist keine elitäre Einbildung, dass ein und derselbe Wein aus verschiedenen Gläsern unterschiedlich schmeckt. Die Physik des Glases lenkt die Aromen gezielt an die Nase und bestimmt, wo die Flüssigkeit auf der Zunge auftrifft.
Die Architektur des Weinglases
Ein hochwertiges Weinglas ist dünnwandig, transparent und ohne Schliff, um die Farbe des Weins ungestört betrachten zu können. Es besteht aus Kelch, Stiel und Fuß. Das Glas wird immer am Stiel angefasst, damit sich der Kelch nicht durch die Körpertemperatur der Hand erwärmt und keine unschönen Fingerabdrücke das visuelle Erlebnis trüben.
Rotweingläser haben ein größeres Volumen und eine breitere Öffnung. Dies ermöglicht dem Rotwein, ausreichend Sauerstoff aufzunehmen, wodurch die Aromen aufbrechen und weicher werden. Ein Bordeaux-Glas ist hoch und tulpenförmig, um die Tannine kräftiger Weine zu bändigen. Ein Burgunder-Glas hingegen ist bauchig und voluminös, damit sich die feinen, flüchtigen Aromen eines Pinot Noirs optimal sammeln können. Weißweingläser sind kleiner und schmaler. Der Grund dafür ist einfach: Weißwein wird kühler getrunken. Ein kleinerer Kelch sorgt dafür, dass sich der Wein nicht so schnell erwärmt. Zudem bündelt die schmälere Öffnung die zarten Blüten- und Zitrusaromen effizienter.
Dekantieren und Karaffieren
Die Begriffe Dekantieren und Karaffieren werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber zwei völlig unterschiedliche Vorgänge mit unterschiedlichen Zielen. Beim Dekantieren geht es darum, einen älteren Rotwein von seinem Bodensatz, dem sogenannten Depot, zu trennen. Das Depot entsteht natürlich während der Alterung durch ausfallende Farb- und Gerbstoffe. Zum Dekantieren wird die Flasche langsam und vorsichtig in ein Gefäß gegossen, bis das Depot im Flaschenhals sichtbar wird. Der Wein bleibt klar, der trübe Rest verbleibt in der Flasche.
Beim Karaffieren hingegen geht es um die Belüftung junger, noch verschlossener Weine. Durch das schwungvolle Umfüllen in eine bauchige Karaffe kommt der Wein intensiv mit Sauerstoff in Kontakt. Dies simuliert einen künstlichen Reifeprozess. Die harten Tannine junger Rotweine werden dadurch runder, und verschlossene Aromen entfalten sich. Auch hochwertige, kräftige Weißweine profitieren oft enorm von einer Belüftung in der Karaffe.
Bedeutende Weinregionen der Welt
Die Welt des Weins wird grob in die Alte Welt und die Neue Welt unterteilt. Die Alte Welt umfasst die traditionellen weinproduzierenden Länder Europas, in denen der Weinbau oft eine jahrtausendealte Geschichte hat. Die Neue Welt bezieht sich auf Länder außerhalb Europas, in denen der Weinbau erst durch europäische Siedler etabliert wurde.
Die Alte Welt: Tradition und Terroir
Frankreich gilt als das Epizentrum des klassischen Weinbaus. Das Bordeaux steht für prestigeträchtige Rotwein-Cuvées aus Cabernet Sauvignon und Merlot. Das Burgund ist die Heimat der edelsten Pinot Noirs und Chardonnays, wo einzelne Weinbergslagen winzige Mengen an extrem teuren Weinen hervorbringen. Die Champagne produziert die berühmtesten Schaumweine der Welt.
Italien beeindruckt mit einer enormen Vielfalt an autochthonen, also einheimischen Rebsorten. Die Toskana ist berühmt für den Chianti und den Brunello di Montalcino, die beide aus der Sangiovese-Traube gekeltert werden. Das Piemont im Nordwesten bringt aus der Nebbiolo-Traube den Barolo hervor, einen der langlebigsten und komplexesten Rotweine der Welt.
Deutschland hat sich seinen Weltruf durch herausragende Weißweine, insbesondere Rieslinge, erarbeitet. Die Steillagen an der Mosel, im Rheingau oder in Rheinhessen bringen feinfruchtige, mineralische Weine hervor. In den letzten Jahrzehnten hat sich Deutschland jedoch auch zu einem ernstzunehmenden Produzenten von hervorragendem Spätburgunder auf internationalem Niveau entwickelt. Spanien steht mit Regionen wie der Rioja und dem Ribera del Duero für kräftige, im Holzfass gereifte Rotweine, hauptsächlich aus der Tempranillo-Traube.
Die Neue Welt: Innovation und Klima
In der Neuen Welt steht oft die Rebsorte im Vordergrund, nicht die geografische Herkunft wie in Europa. Die USA, speziell Kalifornien und das Napa Valley, haben in den 1970er Jahren bewiesen, dass sie sich vor den besten Weinen Frankreichs nicht verstecken müssen. Kalifornischer Cabernet Sauvignon und fassgereifter Chardonnay sind weltberühmt. Südamerika hat durch das Schmelzwasser der Anden ideale Bedingungen. Argentinien hat die ursprünglich französische Sorte Malbec perfektioniert, während Chile exzellente Carmenère-Weine produziert. Australien ist bekannt für seine kräftigen, schokoladigen Shiraz-Weine aus dem Barossa Valley. Neuseeland hingegen hat mit seinen extrem aromatischen, explosiven Sauvignon Blancs aus der Region Marlborough die Weißweinwelt revolutioniert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Wein
Wie lange hält sich eine geöffnete Flasche Wein?
Das hängt vom Weintyp und dem Füllstand der Flasche ab. Sobald eine Flasche geöffnet wird, reagiert der Wein mit Sauerstoff. Anfangs ist das gut für den Geschmack, aber schon bald führt es zur Oxidation. Grundsätzlich gehört jeder geöffnete Wein, auch Rotwein, in den Kühlschrank, da Kälte den Oxidationsprozess verlangsamt. Leichte Weißweine und Rosé halten sich dort etwa zwei bis drei Tage. Kräftige Rotweine mit hohem Gerbstoffanteil können sich sogar vier bis sechs Tage halten. Um die Haltbarkeit zu verlängern, kannst du Vakuumpumpen nutzen, die dem Wein in der Flasche die Luft entziehen.
Warum haben manche Weinflaschen einen Schraubverschluss und andere Naturkorken?
Der Naturkorken ist die traditionelle Verschlussart und wird heute vor allem für Weine verwendet, die in der Flasche über Jahre reifen sollen, da der Korken eine mikrobielle Sauerstoffzufuhr erlaubt. Für Weine, die jung getrunken werden sollen (was etwa 90 Prozent aller Weine ausmacht), ist der Schraubverschluss technologisch oft die bessere Wahl. Er schließt absolut luftdicht ab, bewahrt die Frische des Weins und schließt den gefürchteten Korkschmecker (TCA), der etwa drei bis fünf Prozent aller Flaschen mit Naturkorken ungenießbar macht, komplett aus. Ein Schraubverschluss ist also längst kein Zeichen mehr für minderwertige Qualität.
Was bedeutet der Begriff trocken bei Wein?
Die Bezeichnung trocken bezieht sich auf den Gehalt an Restzucker im Wein. Wenn der Zucker der Trauben während der Gärung durch die Hefe fast vollständig in Alkohol umgewandelt wird, bleibt wenig Zucker übrig. Laut Weingesetz darf ein trockener Wein maximal 9 Gramm Restzucker pro Liter enthalten, sofern der Säuregehalt nicht mehr als 2 Gramm darunter liegt. Ein Wein schmeckt trocken, wenn er im Mund nicht süß, sondern herb und erfrischend wirkt. Trocken hat bei Wein nichts mit einem trockenen Gefühl im Mund zu tun, dieses entsteht vielmehr durch die Gerbstoffe (Tannine).
Enthält Wein immer Sulfite?
Ja, praktisch jeder Wein enthält Sulfite (Schwefel). Einerseits entstehen geringe Mengen an Sulfiten ganz natürlich als Nebenprodukt der alkoholischen Gärung durch die Hefen. Selbst ein völlig unbehandelter Wein hat also Sulfite. Andererseits wird Schwefeldioxid von fast allen Winzern in minimalen Dosen zugesetzt, um den Wein vor Oxidation und vor Bakterien zu schützen, die ihn zu Essig machen könnten. Der Hinweis Enthält Sulfite ist gesetzlich vorgeschrieben, sobald der Wert 10 mg pro Liter übersteigt. Kopfschmerzen nach dem Weinkonsum kommen übrigens in den seltensten Fällen von den Sulfiten, sondern meistens vom Alkohol und Histamin.
Wie finde ich am besten heraus, welcher Wein mir schmeckt?
Die eigene Sensorik zu schulen, braucht etwas Zeit und Neugier. Der beste Weg ist das direkte Vergleichen. Kaufe dir zwei oder drei völlig unterschiedliche Weine – beispielsweise einen leichten Pinot Noir, einen fruchtigen Merlot und einen kräftigen Cabernet Sauvignon – und verkoste sie nebeneinander. Diese sogenannte horizontale Verkostung hilft dir, die Unterschiede von Rebsorten und Stilen deutlich wahrzunehmen. Mach dir kleine Notizen zu den Aromen, die du riechst und schmeckst. So bildest du mit der Zeit ein sensorisches Gedächtnis und erkennst schnell, ob dir eher säurebetonte, mineralische Weißweine oder schwere, holzfassgereifte Rotweine zusagen.